Stella Polaris* Ulloriarsuaq leuchtet in der Eifel

Nov. 25, 2015

Der Blick von oben gehört für den Menschen zu den faszinierendsten Perspektiven. Mit ihrer zweiten gemeinsamen Ausstellung „Mapping Perspectives“ nehmen die Künstlerin Renata Jaworska und der Fotograf Marcus Schwier die Betrachtenden mit in die Vogelperspektive.

Das Düsseldorfer Künstlerpaar lädt ein zu einer künstlerischen Reflexion über das Erleben von Stadt, über die Zusammenhänge von Perspektive, Raum und kartografischer Darstellung. Beide Künstler verbindet nicht nur das Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, sondern auch ein Interesse an architektonischen Strukturen als formale und inhaltliche Grundlage ihrer Arbeiten.

Seit 2016 beschäftigt sich Jaworska intensiv mit dem Thema Karten und Gebiete. Ihre Werke zeigen fragmentierte Topografien und Stadtlandschaften, die zwischen Realität und Vision changieren. Indem sie kartografische Elemente verfremdet und in ein persönliches Zeichensystem überführt, hinterfragt Jaworska das Verhältnis von Realität und Abbild ebenso wie unsere gewohnten Formen der Orientierung. Ihre Arbeiten eröffnen neue Perspektiven auf das, was Karten leisten können: Nicht nur Orientierung zu bieten, sondern auch Fragen zu stellen.

Marcus Schwier präsentiert in der Ausstellung faszinierende Bildlandschaften aus der Vogelperspektive. Seine Fotografien blicken aus großer Höhe auf Menschen in natürlichen Räumen. Schwier lenkt den Blick auf das Zusammenspiel von Raum und Mensch im öffentlichen Leben. Die ungewohnte Perspektive lässt neue erzählerische Ebenen entstehen, die gleichermaßen irritieren und faszinieren.

Renata Jaworska und Marcus Schwier haben „Mapping Perspectives“ eigens für die Ausstellung im Baukunstarchiv NRW in Dortmund kreiert. In einer auf den Lichthof des Baukunstarchivs abgestimmten Konstellation präsentieren die beiden Künstler ihre Werke in einer erstmals gezeigten Form, die den Raum nicht nur bespielt, sondern bewusst in die Wahrnehmung einbindet. Die Ausstellung lädt zu einer veränderten Blickachse ein: Die Arbeiten entfalten sich am Boden und eröffnen – aus der Distanz, von oben betrachtet – eine stille, fast kontemplative Sicht auf das Verhältnis von Körper, Raum und Perspektive.