Marcus Schwier im KAI10, Düsseldorf

Seeon-Seebruck – Die Fotografin Nomi Baumgartl und der Dirigent und Musikpädagoge Mark Mast erhalten den Oberbayerischen Kulturpreis 2024. Der mit jeweils 5.000 Euro dotierte Preis wird am 16. Juni um 11 Uhr in Kloster Seeon, dem Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern verliehen. Laudatoren sind die Germanistin, Autorin und Stifterin Dr. Auma Obama (für Nomi Baumgartl) und Erwin Huber, Staatsminister a. D. (für Mark Mast).

Mit dem fragilen Zusammenspiel von Mensch und Natur beschäftigt sich die international renommierte Fotografin Nomi Baumgartl, die ihre Fotokunst als „Hommage an die Schöpfung“ bezeichnet. Geboren wurde die heute in Murnau a. Staffelsee lebende Künstlerin 1950 im schwäbischen Dorf Unterringingen (Markt Bissingen). Mit 21 Jahren begann sie professionell zu fotografieren. Unter dem Titel Gesellschaft 1972 reichte sie im gleichen Jahr ein Porträt türkischer Migranten beim Wettbewerb der Messe photokina in Köln ein und gewann den ersten Preis.

Baumgartl studierte Visuelle Kommunikation in Düsseldorf und erlernte die klassische analoge Fotografie, der sie bis heute treu geblieben ist. Zu Beginn ihrer Karriere setzte sie den Schwerpunkt auf Fotoreportagen. Sie porträtierte Persönlichkeiten wie Arthur Rubinstein, Joseph Beuys, Jane Goodall oder Papst Johannes Paul II. und publizierte in Magazinen wie GeoSternTime und Life. Anfang der 1990er-Jahre wurde die Modewelt auf Baumgartl aufmerksam. Sie galt als Shootingstar und arbeitete für verschiedene Modemagazine, darunter Vanity Fair und Vogue.

Nachdem sie 1996 bei einem Autounfall ihr Langzeitgedächtnis verloren und eine Lähmung der Augenmuskeln erlitten hatte, musste sie das Sehen und Fotografieren neu erlernen. Geholfen hat ihr dabei eine Delfintherapie der Stiftung Dolphin Aid auf Hawaii, die sie seitdem als Botschafterin unterstützt.

Natur rückte mehr und mehr in den Vordergrund ihrer Arbeit. So beschäftigt sie sich seit 2009 mit dem Abschmelzen des Eises in der Arktis und in den Alpen. 2016 gründete sie das Alpen- und Klimaschutzprojekt Eagle Wings – Protecting the Alps, bei dem sie mit dem Earth Observation Center des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus zusammenarbeitet. Hier setzt sie ihre Fotokunst ein, um die Folgen des Klimawandels zu dokumentieren. Mit ihren Bildern möchte Baumgartl „der Natur mehr Gewicht verleihen“. Fotografieren ist für sie nach eigener Aussage „Bewusstseinsarbeit“.

Mit dem Oberbayerischen Kulturpreis ehrt der Bezirk Oberbayern seit 1980 jährlich Persönlichkeiten, die sich um das kulturelle Leben in der Region verdient gemacht haben.

Pressemeldung Bezirk Oberbayern

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Der Bayerische Rundfunk hat Nomi Baumgartl in ihrer Wahlheimat Murnau besucht und einen ganz wunderbaren Beitrag geschaffen, der in der BR Abendschau zu sehen war. Falls ihr keine Gelegenheit hattet, das 4 minütige Video anzuschauen, here we go…!

Das Team vom BR: Brigitte Kornberger (Redaktion), Wolfgang Seif (Kamera), Karsten Weiß (Ton) und Anna Herrmann.