Andreas Feininger: Die Hamburger Gängeviertel

30.04.20192 Kommentare

Laufzeit der Ausstellung: 9. Mai bis 27. Juni 2019

Eine Ausstellung im Rahmen 100 Jahre Bauhaus und Hamburger Architektur Sommer 2019

Lesen Sie dazu den Artikel im Hamburger Abendblatt “Von einem der in die Gänge kam”

Es gab einen Aufschrei als das sogenannte „Gängeviertel“ am Valentinskamp in Hamburg 2012 abgerissen werden sollte. Aber was waren die Gängeviertel? Diese Elendsquartiere, die Brutherde für die Choleraepidemie von 1896, mitten in der Hamburger Innenstadt waren einzigartig in Deutschland und eine Herausforderung für die Stadtplaner um Fritz Schumacher.

Andreas Feininger, Bauhaus Architekt, Fotograf und Sohn von Lyonel Feininger, lebte und arbeitete 1929 bis 1931 in Hamburg. Anhand einer Auswahl seiner Originalfotos aus dem Zeppelin Museum, Friedrichshafen und Aufnahmen anderer zeitgenössischer Fotografen, wird die Wohnungsbausubstanz um 1930 mit Schwerpunkt Gängeviertel gezeigt.

Diese ausgewiesenen Sanierungsgebiete wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sukzessive abgerissen, um hygienisch einwandfreien Wohnraum zu schaffen. So sind die Fotos Feiningers Zeugen einer vergangenen Zeit und vermitteln einen Eindruck der damaligen Wohnverhältnisse von Arbeitern, die Fritz Schumacher in Hamburg und Gustav Oelsner in Altona grundlegend erneuerten. Architekturmodelle und -pläne der Moderne veranschaulichen in diesem Zusammenhang das revolutionäre Umdenken im Wohnungsbau und der Städteplanung.

Portraitaufnahmen von Andreas Feininger sind sehr selten, deshalb sind die ausgestellten Aufnahmen der bekannten Fotografin Nomi Baumgartlzur Biografie des Künstlers eine Rarität. Sie sind die letzten des Fotografen, der stets im Dienste seiner Schwarzweiß-Fotografie stand, sein Ego selten. Über viele Jahre befreundet, sind diese Aufnahmen 1989 in New York und in seinem Studio in Connecticut entstanden.

Ich freue mich sehr diese hochwertigen Exponate in meiner Galerie zu zeigen. Mein Dank geht an das Zeppelin Museum, Friedrichshafen, für das Vertrauen und an Nomi Baumgartl, durch die ich erst zur Galeristin geworden bin.

Und natürlich freue ich mich über Ihren Besuch.